Archiv der 'Klugstuhl' Kategorie

‚Aber hergeben würde ich es nie mehr!’

Ist mein Ziel ein Kind zu haben?
Braucht mein Leben neuen Sinn?
Suchen Menschen, die dies fragen,
nach dem großen Hauptgewinn?
Reicht das eigne Wesen nicht?
Dein Alltag schreit nach mehr?
Ist die Zukunft dein Gedicht?
Die Gegenwart gar leer?
Küsst Romantik eure Hoffnung?
Plant ihr nun das große Glück?
Wollt’ es allen andren gleich tun,
weil euch’s Nachbarskind entzückt?
Stellt ihr Fragen nach dem Preise,
nach dem […]


Du laberst ja, was das Zeug hält!

Freudig pflasterst deinen Weg
mit Hülsen lückenlos,
ein Wort sich vor das andre legt
in Reih’ des Dominos.
Dein Bumerang von Weisheiten
zerschneidet mein Gemüt,
und eh sich diese ausbreiten,
ist meine Gunst verglüht.


Schallmauer

Stimmen, die hallen,
verstauben deine Sicht.
Der Klang mag kaum gefallen,
und orten kannst ’se nicht.
Nun horch! Sie weinen.
Vertrau dich ihnen an.
Es sind nämlich die deinen,
die niemand hören kann.


Didaktik

Didaktik ist ein schönes Wort,
Didaktik muss es bringen!
Denn wer auch in der Schule schmort,
der kann ein Lied von singen.
Ach, Lehrer, gib dir einen Ruck,
du kommst mir ungelegen
und laberst ja mit Überdruck!
Didaktik wär’ mein Segen!


An der Kreuzung

Menschen zu verlieren
ist das Grauen jeder Liebe,
stechend’ Schmerzen zierten
rau das Vakuum, das dir bliebe.
Suchtest ihn, doch fändest keinen
Trost für dieses Sterben.
Fast erstickt vom Weinen,
stündest vor ‘nem Haufen Scherben.
Viele stellen hier die Frage:
Hat denn Gott geschlafen?
Oder wollt er diese Tage
uns mit Demut strafen?
Schmerzen, sie verwildern
dicht verwachsen jede Sicht.
Gott mag sie zwar mildern,
doch dran […]


Guter Rat ist süß

Liebend sich zu wissen
gleicht ‘ner Schale voller Früchte.
Soll ich dich nun küssen,
lieber Apfel, wie ich’s möchte?
Oder soll ich beißen
in dein süßes Fleischgewand?
Würde dies nicht heißen, Coinstar point
dass ich nachgab dem Verstand?
Ist der Anblick der Melone
ihre Freud’ d’rauf wert?
Ess ich sie, dann bin ich ohne,
was mich eines lehrt:
Liebeslust, sie gleicht tatsächlich
einem […]


Das Trauerspiel (Teil 3)

Sparsamkeit belohnt den Geist
nur wenn es geht ums Geld.
Andernorts zu sparen heißt:
zu glauben an die Welt.


Ach (Teil 4)

Was du säst, dies wirst du ernten,
doch vergiss nicht eine Sach’ -
’s reicht die Praxis des Gelernten:
Ohne gießen geht’s nicht. Ach!


Der Poly Tick

Die Politik ist schick:
Sie richtet über unser Leben.
Und hast du mal kein Glück,
dann hat sie dir nicht Recht gegeben.
Entscheiden tut sie gern
aufgrund von eigen’ Interessen.
Stehst unter ‘m schlechten Stern,
so tat sie dich halt mal vergessen.
Entwickelst du dich dann
zu einem Mitglied ihres Rates,
“wer was bewegen kann,
der soll es tun”, dachtest und tatst es.
Doch […]


Mitgefühl

Empathie - kennst du dieses Wort?
Kennste auch den Ort, wo sie entsteht,
im Nu vergeht, wenn sich dein Stachel
immer tiefer in mein Herz bohrt,
immerzu,
immerfort?
Kein Wort mehr will ich hören,
kein’ Kuss will ich mehr spüren,
kein Blick wird dich verführen!
Mir ist so kalt.
Was weißt du schon vom Leben?
Du lebst es halt.


Seine Erkenntnis

Es lebte mal ein Mädchen
das ihm die Liebe schenkte
zusammen, wie im Märchen
ihn ins Verderben lenkte.
Er jedoch voller Willen
(und gab es kaum bekannt)
hat dann, so ganz im Stillen
gegeben ihr die Hand.
“Nanu”, meint sie, “weshalb denn ich?”
Sie stutze vor sich hin
“Ei, kennst du denn die Welt noch nicht
wo ich so hässlich bin?”
Da hat er […]


Zweck eines Gästezimmers

Man soll die Gäste feiern, wie sie fallen.
*grins*


Das Trauerspiel (Teil 2)

Mein Lohn sich sehr in Grenzen hält,
die andern haben Spendengeld!
Und Schuld ist ’s Ministerium.
Da sind die wie dumm? Da sind die wie dumm!
Den Reichen reicht das Geld sehr wohl,
doch formen sie die Hände hohl
und spenden dabei ’s Minimum.
Da sind die wie dumm? Da sind die wie dumm!
Geschieht dann ein Verkehrsunfall,
so zögern alle überall,
doch […]


Des Lächelns Saat

Viel verstecken hinter nichts.
Nulldeutige Geschichten!
Den Puls des Lebens spüre ich,
das wollt ich dir berichten.
Lass träumen dich, wo ’s Herz hinführt,
verborgen bleibt die Tat.
Lass leben dich, wo’s Lust verspürt,
es ist des Lächelns Saat.


Bei Tage

Eure Welt, ihr treuen Affen
Hat kein Gott für euch gemacht
ICH hab’ sie für MICH erschaffen
In einer einz’gen, finstren Nacht
Woran man dies erkennen kann?
Weshalb es offensichtlich ist?
Schaut euch mein Werk bei Tage an
So, wie man Gedichte liest
Falls ihr dabei doch etwas findet
Das Gottes Poesie bedarf
So ist bewiesen, dass erblindet
Wer den ersten Stein nie warf