Archiv vom April 2006

Zeichnung

Schicke dir im Mondeslicht
ganz liebe Grüß und ein Gedicht.
Es zeichnet Träume ins Gesicht
und funkelt, dass die Angst zerbricht.
Träum süß!


Gerade eben

Gerad’ entdeckt ich – oh du Schreck
den allerersten Altersfleck
(obwohl ich noch keine Vierzig bin!)
in dem Gesicht im Spiegel drin
Vade Retro! Schrie entsetzt ich
worauf das Böse wohl zurückwich
jedoch nur bis mein Gewimmer
hallte durch das Badezimmer
Mein Hinterkopf wie auch die Ferse
schlugen in die Wand als wär’ se
gar nicht da, doch leider war sie’s -
Kennst du […]


Tagebucheintrag aus der Ferne

Hab die Sehnsucht gut getarnt,
doch fragt sie mich, was ich da treib,
denn schon die Ahnung hat gewarnt,
und nun spür ich’s am eig’nen Leib.
Ich lass den Blick zur Ferne gleiten,
träg, aus zäher Einsamkeit,
beim Griff ins Buch voll leerer Seiten
spür ich’s Herz, das nach dir schreit.


Narziß

Ich liebe mich.
Das Leben ist schön!
Mein Anblick im Spiegel lässt Wonne erblüh’n.
Ich necke mich,
wann ich es so will,
entdecke mich vorlaut, mal leise und still.
Ich küsse mich,
sich Lippen berühren,
und halte den Atem, um meinen zu hören.
Es kommt keine Liebe
an diese heran,
drum stell dich mit deiner nun schön hinten an!


Aus dem Dienst

Schicke dir ‘nen lieben Gruß
aus Langeweil’ im Überfluss.
Ist easy zwar und recht gediegen,
würd doch lieber bei dir liegen!


Mitgefühl

Empathie - kennst du dieses Wort?
Kennste auch den Ort, wo sie entsteht,
im Nu vergeht, wenn sich dein Stachel
immer tiefer in mein Herz bohrt,
immerzu,
immerfort?
Kein Wort mehr will ich hören,
kein’ Kuss will ich mehr spüren,
kein Blick wird dich verführen!
Mir ist so kalt.
Was weißt du schon vom Leben?
Du lebst es halt.


Seine Erkenntnis

Es lebte mal ein Mädchen
das ihm die Liebe schenkte
zusammen, wie im Märchen
ihn ins Verderben lenkte.
Er jedoch voller Willen
(und gab es kaum bekannt)
hat dann, so ganz im Stillen
gegeben ihr die Hand.
“Nanu”, meint sie, “weshalb denn ich?”
Sie stutze vor sich hin
“Ei, kennst du denn die Welt noch nicht
wo ich so hässlich bin?”
Da hat er […]


Triangulation der Liebe

Ist es ein Traum?
Ich schwebe, bin glücklich.
Doch find ich die Worte, die ich suche, nicht mehr.
Dies macht mir Angst.
Ist es Angst?
Angst aufzuwachen und du bist fort.
Doch du sagtest, du würdest da sein.
Dies macht mir Hoffnung.
Ist es Hoffnung?
Hoffnung, die zerplatzen kann.
Doch gibt sie mir die Kraft
von dir zu träumen.
Ist es […]


Einmal kurz riechen?

Hätte ein Augenblick genügt,
einander die Welten zu zeigen,
so wären unsere Namen
nur Schall und Rauch.


Wer kennt das nicht?

Beim Bahnhofshalt im Zug man weilt
und unscheinbar, so leise
derjen’ge Zug in Fahrt ereilt
auf jenem Nachbargleise.
Kaum tut er dies, dann dauert’s nur
noch einige Sekunden,
schon merkt man, dass nicht ER anfuhr,
man hat’s nur so empfunden.


Nah sein

Ein Traum hat in die Nacht geführt,
bin müd, mach keinen Wank.
Den Abend lang die Seel’ berührt,
und dafür tausend Dank!


Genussarchiv

Unglaublich klingt’s, ist aber wahr:
Heut packt ich meine Sachen,
hervor kam da ein blondes Haar,
da musst ich wirklich lachen!


Liebestraum

Es gibt dies Wort.
An einem dir ganz fremden Ort.
In einer Form von Seelensport
nimmt sich die Seel’ ihr eignes Wort
von diesem Ort fort.
Dort!
Ich hab’s heut Nacht entdeckt!
Hab es gefühlt, versteckt,
hab es berührt, gecheckt,
hab in ‘ner intensiven Art
und Weise Blut geleckt,
hab es gedreht, gewendet,
dir ins Ohr gesendet…
…doch du schweigst nur wieder.
Ach, […]


Melancholie der Hoffnungslosigkeit

Wenn uns der Mond gegeben ward,
ergriff ich mir die Sterne;
ein Griff in eine - wurd’ mir klar -
unendlich weite Ferne!
Tag und Nacht, da zeichnest du
den Wunsch in mein Gesicht,
dass ich Dich bei mir haben möcht,
erkennst Du dies denn nicht?
Es gibt nicht einen Wink von mir,
dem du verfallen bist,
nicht einen leisen Link zu dir,
den […]


Aphrodisiakum

Da liegst du, nackt und ebenbürtig
einer Venusblüte
zart besaitet, liebesdürftig
seit dein Herz erglühte.
Ich streichle sanft den Poren deiner
Rundungen entlang
ach, gäb’ es nur ein passend’ Wort, das meiner
Lust entsprang!
Du atmest mich, gibst neckend her
was tief in uns gebor’n
ich drück dich, sehne mich so sehr
wär ohne dich verlor’n!