Archiv vom August 2006

Schallmauer

Stimmen, die hallen,
verstauben deine Sicht.
Der Klang mag kaum gefallen,
und orten kannst ’se nicht.
Nun horch! Sie weinen.
Vertrau dich ihnen an.
Es sind nämlich die deinen,
die niemand hören kann.


Stumm

Zwistigkeiten
mit zäher Hirnmasse
Dialoge drängen, erzeugen Wehen
geburtenfreudig - bereit zum Schrei
Laute
der Seele entrissen
irren zweifelnd
prallen an Magenwände
auf der Suche nach (be-) sinnlichen Lippen
nach lösendem Leerraum
Restwörter
heillos verstrickt
an fleisch’ger Zunge baumelnd
flehend
flattern formlos in kurzem Atem
 


Tapfrer Streiter

Kamst drei Tage eher, als Du solltest.
Fragt mich wer, sag ich: “Du wolltest.”
Erster Schreck zur Stund genau.
Wolltst nicht atmen, warst ganz blau.
Sauerstoff vom Schlauch gegeben,
half Dir auf dem Weg ins Leben.
Schon der Tage zwölfe später,
kam der nächste schwarze Peter,
mußtest Du, oh welch ein Graus,
schnell zurück ins Krankenhaus.
Oft geplagt durch Doktors Nadeln.
Sprichwort sagt, daß Schmerzen adeln.
Fürst […]