Pflichtbesuch

Du schläfst seit einer Weile schon
die Hände kalt und taub.
Starre Blüten über dir
und Schritte schnell und laut.

Du schläfst seit einer Weile schon
die Augen müde geschlossen
über dir Sonne und Mond
und keine Tränen vergossen.

Du schläfst seit einer Weile schon
der Mund gewohnheitsstill.
Lippen zeigen ein kneifendes Muss
und niemals Möchte und  Will.

Du schliefst dein ganzes Leben schon
bewerkendes Geschmück.
Das Ende nahm die unausgespielten
Karten wieder zurück.

Und ich laufe durch flachen Schnee
still werfe ich es Dir vor.
Ertrage nicht es anzusehen
freiender Weg zum Tor.
Dein Leben soll nicht das meine sein,
das kenne ich zu gut.
Zu wenig Träume, die viel zu klein,
und immer der fehlende Mut.

Ich weiß nicht, wie meins werden soll
und wo ich mich bald seh.
Hab schuldig Dich zurückgelassen
-vergehende Spuren im Schnee.



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